





Bonn, 16. Juli 2001 - Die Bonner Klimakonferenz ist zum Erfolg verdammt. Selten war die Diskrepanz zwischen öffentlicher Erwartungshaltung und der Handlungsbereitschaft der Regierungen so groß wie bei dieser Konferenz. Weltweit lässt die Geduld der Menschen nach, dem unwürdigen Geschacher um immer mehr Schlupflöcher länger zuzusehen, mit dem aktiver Klimaschutz seit Jahren auf die lange Bank geschoben wird.
Wir brauchen jetzt eine Einigung, mit der das bereits 1997 beschlossene Kyoto-Protokoll endlich in Kraft treten kann und mit dem real Emissionen verringert werden können. Diese Einigung ist längst keine technische Frage mehr, sondern eine politische. Die Minister müssen hierfür die politische Verantwortung übernehmen. Die Nichtregierungsorganisationen werden nicht zulassen, dass die Minister ihre politische Verantwortung hinter dem üblichen Wust an technischen Details verstecken.
Die USA haben sich mit ihrem Ausstieg selbst außerhalb der internationalen Staatengemeinschaft gestellt. Auf sie und ihre beiden ähnlich verantwortungslosen Satelliten Australien und Kanada braucht niemand mehr Rücksicht zu nehmen. Nun kommt alles auf die EU und Japan an. Europa hat auf den vorangegangenen Konferenzen bereits so viele Konzessionen gemacht, dass eine weitere Durchlöcherung des Kyoto-Protokolls zu real weiter steigenden Emissionen führen würde und damit zu einer Perversion der Klimakonvention. Insbesondere an Japan wurden so viele Sonderzugeständnisse gemacht, dass es für Japan längst nur noch einen Grund gibt, warum sie sich der Ratifizierung verweigern: amerikanischer Druck. Für einen unabhängigen Staat ist es jedoch nicht akzeptabel, sich derart selbst zu entmündigen. Die Weltöffentlichkeit erwartet von Japan und der EU ein eindeutiges Bekenntnis während der Konferenz, unabhängig von den USA das Kyoto-Protokoll zu ratifizieren, und dies mit einer Einigung gemeinsam mit den Entwicklungsländern jetzt zu besiegeln. Für weitere Vertagungen gibt es keinen Grund.
Die Nichtregierungsorganisationen werden diesen Forderungen Nachdruck verleihen
Kontakte der AG Klima des Forums Umwelt & Entwicklung während der Konferenz: Anja Köhne (DNR): 0170-320 2503 Daniel Mittler (BUND; Organisator der Rettungsboot-Aktion): 0173-923 4747 Jürgen Maier (Geschäftsführer Forum U&E): 0171-383 6135 Christoph Bals (Germanwatch): 0174-327 5669 Regine Günther (WWF): 0170-476 5667