





Bonn, 17. März 2006
Pressemitteilung: Forum Umwelt & Entwicklung
G8: Steinzeitliche Energiepolitik
Forum Umwelt & Entwicklung: Bundesregierung soll gegensteuern
Gestern abend ging in Moskau das G8-Energieministertreffen zu Ende. Seine Hauptaufgabe war es, den Themenschwerpunkt »Energiesicherheit« für den diesjährigen G8-Gipfel in St. Petersburg im Juli vorzubereiten. Gemessen an den Ergebnissen war es allerdings ein Treffen fossiler Dinosaurier. Der letzte Entwurf der G8-Erklärung zu Energiesicherheit fordert allen Ernstes 17.000 Milliarden Dollar Investitionen innerhalb der nächsten 25 Jahre, die vorwiegend in den Ausbau der fossilen und atomaren Energiesysteme gehen sollen. Die G8 rufen zum massiven Ausbau der Ölförderung und der Kohlenutzung auf. »Wenn diese rückwärtsgewandte Agenda realisiert würde, wäre der Klimakollaps vorprogrammiert«, so Regine Günther vom Forum Umwelt & Entwicklung.
Während selbst US-Präsident Bush inzwischen eingestehen muss, dass die USA »süchtig nach Öl« sind, sind die Energieminister der G8 dabei, diese Sucht noch massiv weiter auszubauen. Der bisher vorliegende Energieaktionsplan ruft dazu auf, Ölquellen schneller zu erschließen, sie intensiver auszubeuten, zusätzliche Raffinerien zu bauen, weitere Atom- und Kohlekraftwerke zu bauen – kurzum: die überholte Energiepolitik des 20. Jahrhunderts fortzusetzen. Damit würde keine Energiesicherheit produziert, sondern das Wettrennen um die Ölquellen verschärft – mit der Folge verschärfter Energieunsicherheit.
Das G8-Energieministertreffen war offensichtlich ein Treffen einer verschworenen Gemeinschaft ewiggestriger Minister, die nicht begriffen haben, vor welchen Herausforderungen die Welt steht. »Wenn Michael Glos eine solche Politik mit trägt, hat er sich als deutscher Energieminister disqualifiziert. Zukunftsweisende Energiepolitik heißt in erster Linie der massive Ausbau erneuerbarer Energien und ein Quantensprung in der Energieeffizienz.«, so Regine Richter vom Forum Umwelt & Entwicklung. „Mit Blick auf die eigene Präsidentschaft sollte die Bundesregierung genau diese Botschaft den anderen G8 Ländern vermitteln. Schärfer als sie das bisher getan hat.“
Der bisher vorliegende G8-Energie-Aktionsplans wurde Nichtregierungsorganisationen zugespielt und ist unter www.priceofoil.org nachzulesen.
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