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28.11.2008

Nachhaltige Mobilität: Umfassendere Ansätze erforderlich

Rubrik: Klima & Energie


Pressemitteilung der Plattform nachhaltige Biomasse

(28.11.2008) Biotreibstoffe werden vor dem Hintergrund von Nahrungsmittelkrise und Flächenkonkurrenzen sehr kontrovers diskutiert. Die anfängliche Euphorie ist einer breiten Ernüchterung gewichen. Zum einen verursacht die grossflächige Produktion etwa von Palmöl und Zuckerrohr schwerwiegende ökologische und soziale Probleme. Zum anderen ist der Klimaschutzbeitrag durch den Einsatz von Biokraftstoffen begrenzt. Aber auch Elektroautos, die mit Kohle- oder Atomstrom fahren, sind kein Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität. Um das heutige Mobilitätsmodell Deutschlands oder Europas nachhaltig zu machen, reichen weder Biokraftstoffe noch Elektromobilität aus.
 
     Der Verkehrssektor wurde bislang in allen deutschen Klimaschutzprogrammen weitgehend ausgespart, obwohl der Verkehrssektor mit etwa 20 % zu den gesamten CO2emissionen Deutschlands beiträgt. Die geplante Biokraftstoff-Beimischungspflicht sollte den wichtigsten Beitrag des Sektors zur Emissionsminderung für den Klimaschutz erbringen, allerdings zu sehr hohen spezifischen CO2-Vermeidungskosten. Für einen wirksamen Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutz müssen jedoch weitere Massnahmen ergriffen werden. 

     Die Plattform Nachhaltige Biomasse empfiehlt im aktuellen Diskussionsbeitrag
 
„Nach dem Biosprit-Debakel: Wie weiter?“
 
eine ökologische Verkehrswende, die vor allem eine Abkehr vom motorisierten Individualverkehr einleitet. Verkehr ist im Sinne der Effizienz zu vermeiden, zu verlagern und zu verbessern. Notwendig ist der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und des Schienennetzes zu Lasten des Auto- und LKW-Verkehrs. Auch die Elektromobilität als effizienteste Form, Energie für Mobilität zu nutzen, sollte entsprechend ausgebaut werden - auf der Strasse wie auf der Schiene.
 
     Solange Verbrennungsmotoren den Markt beherrschen, ist die Beimischung von nachhaltig erzeugtem Biogas aus umweltpolitischer Sicht die beste Option. Der Ressourcenverbrauch durch den Schwerverkehr auf der Straße, den Schiffsverkehr und den Flugverkehr ist durch ambitionierte Effizienzvorgaben zu reduzieren.
 
     Die Bioenergienutzung bleibt eine wichtige Alternative für eine Energiewende weg von Kohle und Atom. Doch sowohl für flüssige Biotreibstoffe, als auch für andere Bioenergieträger sind ökologische und soziale Nachhaltigkeitskriterien erforderlich.
 
     Die Publikation kann unter www.plattform-nachhaltige-bioenergie.de heruntergeladen werden und kann auch bestellt werden bei:
 
Forum Umwelt und Entwicklung
Koblenzer Str. 65
53173 Bonn
info@forumue.de
 
Weitere Informationen:
László Maráz, Forum Umwelt und Entwicklung, Tel.: 030 / 6781 775-89
Imke Lübbeke, WWF Europabüro, Tel. 0032-2-743-8818

 
 Das Projekt „Plattform Nachhaltige Biomasse“ wird durch das BMU und UBA gefördert aus Mitteln des 8. Sonderpostwertzeichens „Klimaschutz geht alle an“.


 
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