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Sonder-Newsletter zum Klimagipfel in Kopenhagen Nr. 7, 15.12.2009
Deutscher Naturschutzring und Forum Umwelt & Entwicklung ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
|REPORT VOR ORT|
Der Klimagipfel der Superlative – zumindest bei den Teilnehmerzahlen– ein kompletter Flop kann eigentlich nicht mehr herauskommen. Am Montag war es dagegen zunehmend schwieriger, überhaupt noch Stimmungen, geschweige denn Fakten mitzubekommen. – was jede mittlere Industriemesse routinemäßig bewältigt, nämlich Zehntausende Teilnehmerpässe effizient auszustellen, scheint für das UN–Klimasekretariat ein unlösbares Problem zu sein. Einziger »Trost« war, dass selbst Milliardäre wie Indiens Windenergiemogul Tulsi Tanti oder Millionäre wie der Chef des dänischen Windenergieunternehmens Vestas stundenlang nicht vorankamen. Im Chaos der UN sind Milliardäre und Studenten gleich... – und bekommt dort auch gesagt, dass die NGOs daran selbst nicht unschuldig an dem Chaos sind, weil sie viel zu viele Vertreter akkreditiert und damit die Überfüllung erst verursacht hätten. – allen voran den USA – kam bisher noch nicht einmal das. [Jürgen Maier]„vermiedenen Entwaldung". – soll und kann man das berücksichtigen? Was ist, wenn ein Land seinen Holzeinschlag reduziert – also statt 100.000 Hektar nur noch die Hälfte rodet – bekommt es dafür eine Belohung?
Der Kopenhagener Klimagipfel startet in die zweite Woche und es wird immer schwerer, den Überblick zu behalten. Nach der Großdemonstration vom Samstag mit 50.000 bis 100.000 Teilnehmern waren die NGOs bei ihrem Strategietreffen am Sonntag noch verhalten optimistisch: die Stimmung gut, der öffentliche Druck auf die Konferenz hoch, 100 Staatschefs werden erwartet
Tausende neuer Teilnehmer waren über das Wochenende angereist, und die Konferenz wird von ihren eigenen Dimensionen erdrückt. Tausende standen stundenlang in der Kälte Schlange vor dem Konferenzzentrum, das Akkreditierungssystem brach zusammen
Im Konferenzzentrum selbst wurde es dagegen so voll, dass inzwischen praktisch alle Verhandlungsräume für NGOs geschlossen sind und in den nächsten Tagen der Zutritt immer weiter reduziert wird. Am Donnerstag dürfen noch 1000 nichtstaaatliche Vertreter rein, am Freitag noch ganze 90. Unter den Nichtregierungsorganisationen ist der Ärger über diese Einschränkung ihrer Arbeitsweise groß. Noch aber verhandelt man hinter den Kulissen mit UN-Vertretern
Da inzwischen alle Verhandlungen hinter verschlossenen Türen stattfinden, wird es allmählich schwierig, auf dem Laufenden zu bleiben, was eigentlich die Verhandlungen machen. Zahlreiche Arbeitsgruppen und Unterarbeitsgruppen tagten, ohne wesentliche Durchbrüche zu erzielen. Die afrikanischen Staaten drohten damit, die Verhandlungen zu verlassen, da die Industriestaaten sich vom Kyoto-Protokoll abwenden und sich ihren Verpflichtungen entziehen wollten. Tatsächlich bewegen sich die Positionen der Entwicklungsländer zunehmend auseinander, das ambitionierte Vorgehen der kleinen Inselstaaten für ein zusätzliches Protokoll zum Kyoto-Protokoll wird von den großen Schwellenländern nicht mitgetragen.
Die EU hingegen macht immer deutlicher, dass sie zu einer Neuauflage von Kyoto nicht bereit ist, wenn dies erneut bedeuten sollte, dass alle anderen Industrieländer Kyoto entweder gar nicht erst ratifizieren oder zwar ratifizieren, aber dann nichts für die Umsetzung tun und sanktionslos alle Klimaschutzziele meilenweit verfehlen. Genau diese Haltung wird von vielen Entwicklungsländern als Abkehr von Kyoto interpretiert. Weit auseinander liegen die Vorstellungen von Nord und Süd nach wie vor bei Finanzhilfen für Entwicklungsländer. Die EU hat immerhin bei ihrem Ratsgipfel am Freitag bescheidene Zahlen auf den Tisch gelegt. Von den anderen Industrieländern
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|HINTERGRUND|
Was in Kopenhagen auf der Agenda steht
Heute: Bäume mit Schlupflochpotenzial - die Debatte um vermiedene Entwaldung
Da das Erdklima ein ziemlich komplexes System ist, werden auch die Verhandlungen immer verzwickter. Eine der kompliziertesten Debatten ist die Frage, ob und wie die Rolle von Wäldern in einem zukünftigen internationalen Klimaregime berücksichtigt werden soll.
Zunächst einmal erscheint es natürlich logisch, sich diese Frage zu stellen. Denn Wälder sind eine der größten Speicher für CO2. Bäume zu pflanzen, ist also aktiver Klimaschutz. Oder andersherum: Abholzen und Abbrennen von Wäldern setzt Treibhausgase frei und schädigt so das Klima. Jüngeren Studien zufolge sind 15 Prozent der globalen Emissionen auf den Verlust von Wäldern zurückzuführen.
Kein Wunder also, dass clevere Unterhändler auf den Gedanken verfallen sind, sich den Schutz ihrer Wälder oder auch die Wiederaufforstung anrechnen zu lassen. Diese Idee wird unter dem Titel REDD (Reducing emissions from deforestation and degradation) verhandelt - beziehungsweise REDD+, weil die Idee mittlerweile um zusätzliche Aspekte erweitert wurde, die sich im weiteren Sinne um Waldmanagement drehen. Im deutschsprachigen Raum spricht man gewöhnlich von der
In die Verhandlungen eingebracht hatten den Gedanken einige Entwicklungsländer. Ihre Idee: Die Industriestaaten zahlen dafür, dass die Länder ihre Regenwälder besser schützen und somit CO2 gar nicht erst entstehen lassen. Mittlerweile jedoch haben auch waldreiche Industriestaaten die Idee für sich entdeckt. In der EU sind etwa Finnland, Schweden oder Österreich große Verfechter von REDD+. Die beiden wesentlichen Fragen, die dazu in Kopenhagen verhandelt werden, sind:
Erstens: Woher kommt das Geld? So simpel die Frage, so kompliziert scheint eine Einigung zu werden. Die zweite Frage dreht sich um das Wie: Welche Regeln sollen für REDD gelten? Welche Aktivitäten können als REDD angerechnet werden? Der Teufel steckt wieder einmal im Detail. So speichert ein naturbelassener Wald mehr CO2 als eine Plantage
Derzeit kursiert in Kopenhagen der Vorschlag, dass man doch die Details von REDD jedem Land selbst überlassen solle. Das klingt so absurd wie es ernst gemeint ist. Wenn wirklich jede Regierung für sich entscheiden könnte, ob und in welchem Ausmaß sie ihre eigenen Wälder auf die Kohlenstoffbilanz anrechnet, kann man sich die gesamte Rechnung sparen. Es ist zum Glück unrealistisch, dass sich diese Variante durchsetzen wird. Doch was auch immer die Staaten am Ende beschließen werden, REDD bietet ein gehöriges Potenzial für neue und sehr große Schlupflöcher. [Markus Steigenberger]
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Globaler Klima-Risiko-Index
Bangladesch, Myanmar und Vietnam waren von 1990 bis 2008 die am schwersten von Wetterextremen betroffenen Länder. Dies zeigt der vor einer Woche veröffentlichte Globale Klima-Risiko-Index von Germanwatch.
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|HEUTE AUF DER AGENDA|
Side-Events:
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|VIRTUELL DABEI SEIN|
Täglicher NGO-Newsletter vom Climate Action Network (englisch)
Berichte von DNR-Mitgliedsverbänden (Auswahl)
Ganz aktuell: Kurznachrichten der Klima-Allianz
Zentrale Demo
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|KONTAKT|
Forum Umwelt & Entwicklung
Jürgen Maier
E-Mail: chef@forumue.de
mobil: +49 (0)171 / 3836135
Deutscher Naturschutzring
EU-Koordination & Internationales
Markus Steigenberger
E-Mail: markus.steigenberger@dnr.de
mobil: +49 (0)160 / 90544817
www.eu-koordination.de - www.dnr.dewww.forumue.dehttp://www.12dec09.dk/content/englishhttp://www.twitter.com/klimagipfel09http://www.nabu.de/kopenhagenhttp://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/klima_energie/kopenhagenkonferenzhttp://www.klimagipfel2009.dehttp://www.germanwatch.org/klima/klimagipfel.htmhttp://unfccc.int www.klimagipfel2009.de/cop15/aktivitaeten-kopenhagen/ >> Side-Eventhttp://www.climatenetwork.org/ecohttp://en.cop15.dkhttp://www.germanwatch.org/kri