





Buchankündigung!
Agrar-Kolonialismus in Afrika - Eine andere Landwirtschaft ist möglich
Herausgegeben vom Forum Umwelt und Entwicklung
Die Landwirtschaft ist nach wie vor für die meisten Länder Afrikas und für die Bevölkerungsmehrheit die wichtigste wirtschaftliche Grundlage. Auf diesem Hintergrund stellt das Buch zum einen die aktuellen Bestrebungen der internationalen Agrarkonzerne, der US-Regierung und US-amerikanischer Stiftungen, der Weltbank und der Europäischen Union dar, eine „Grüne Revolution“ in Afrika nachzuholen, wie sie in den 1960er und 1970er Jahren in Asien und Lateinamerika durchgeführt wurde. Dabei setzen sie vorrangig auf Marktintegration und Handelsliberalisierung.
Parallel dazu werden erfolgreiche Ansätze für eine Entwicklung der bäuerlichen Landwirtschaft von unten beschrieben – Innovationen, Verbesserungen, angepasste Methoden, die die bäuerliche Bevölkerung selbst durchführt, um Produktivität und Einkommen zu steigern. Ihr Kennzeichen ist eine nachhaltige, weitgehend organische Produktionsweise, die größtenteils auf lokal verfügbare Inputs (Dünger, Saatgut, agrarbiologische Vielfalt, Wasser, usw.) zurückgreift.
In der Gegenüberstellung wird klar, dass die Politik der Grünen Revolution dazu führt, bestehende Ansätze und Potenziale, diese bäuerliche Landwirtschaft zu einer breiten alternativen ländlichen Entwicklung auszuweiten, beschränken, bedrohen und verdrängen würde – und damit im Endeffekt Armut verstärken würde anstatt zu verringern, wie sie vorgibt.
Das Buch ist ein Beitrag zu mehreren ineinander greifenden Diskussions- und Konfliktsträngen: Nach Jahren des „Agro-Pessimismus“ in der internationalen Entwicklungspolitik hat die Weltbank im Herbst vergangenen Jahres ihren Weltentwicklungsbericht 2008 zum Thema Landwirtschaft vorgelegt – Zeichen für eine breite, allgemeine Renaissance der Landwirtschaft in der internationalen Politik. Das Buch zeigt zudem anschaulich die Politik der Agrokonzerne auf, sich den afrikanischen Markt für Dünger oder Saatgut, einschließlich Genpflanzen, zu öffnen. Außerdem liefert es einen Beitrag zu der Debatte, wie Alternativen aussehen können. Alle drei Themen sind zudem zentral für die stärker werdenden internationalen Bauernbewegungen wie zum Beispiel La Via Campesina und die Forderung nach „Ernährungssouveränität“.
Das Buch ist im VSA-Verlag Hamburg erschienen, 164 Seiten.
Bezug ist beim Forum Umwelt & Entwicklung möglich (10 Euro zzgl. VK).
unter: info@forumue.de oder per Fax unter 0228 - 923 993 56
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Ein „hochaktuelles Buch“.
„In unserer Lobbyarbeit zu der neuen internationalen Politik der ländlichen Entwicklung gibt uns diese Analyse wichtige Argumente an die Hand“,
Aus dem Vorwort der Arbeitsgruppe Landwirtschaft des Forum
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Inhalt:
Einleitung
Kapitel 1: Dünger-Dealer
1. „A watershed for african agriculture“
2. Mapambano
3. Die Rückkehr der Subventionen
4. Düngemittelindustrie: Die Quadratur des Kreises
5. Wird die Rechnung ohne die Bauern gemacht?
Kapitel 2: Drahtzieher
1. Bill, Melinda und Rockefeller rufen die Revolution aus
2. Die Grüne Revolution, die keine war
3. Die „Rückständigkeit“ von Afrikas Landwirtschaft
4. Neuer Agro-Optimismus
5. Helfer
5. Agro-Konzerne
6. Öffentlich-private Partnerschaften
Kapitel 3: Die Kontrolle über das Saatgut
1. Informelle Bauernmärkte
2. Reform der Saatgutgesetzgebung
3. Die Krise als Chance
4. Africa meets Asia – Reis für die Grüne Revolution
5. Wie bekämpft man Schädlinge?
6. Unternehmen Süßkartoffel
7. Biologische Sicherheit
8. Genfood als Waffe
9. Braucht Afrika Gentechnologie?
Kapitel 4: Land und Wasser – mit Sicherheit Profit
1. Zweierlei Recht
2. Südafrika: Unwillige Verkäufer
3. Enteignung durch Landtitel
4. Neue Werte braucht/für das Land
5. Wassermanagement am Pangani
6. Staudämme für die Grüne Revolution
7. Vision Wassermarkt
Kapitel 5: Freie Märkte, unfairer Handel
1. Blumen und mehr
2. Der Vormarsch der Supermärkte
3. Vertragsbauern: Nukleus und Plasma
4. Eine Grüne OPEC
5. Grenzenlose Freiheit – auch hinter den Grenzen
6. „Stoppt EPAs!“
7. Ernährungssicherung
Kapitel 6: Überflüssige Bauern, oder: Die Eroberung der „zweiten ländlichen Welt“
1. Integration in die Wert(ab)schöpfungskette
2. Eine andere Landwirtschaft ist möglich
3. Triage
4. Die Rückkehr der Bauernbewegungen
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